Ubjerg und die Grenzziehung

Ubjerg weist bei den Ergebnissen der Volksabstimmungen zur deutsch-dänischen Grenze 1920 den höchsten deutschen Stimmenanteil der gesamten I. Zone auf. Dass Ubjerg und ebenso die nahen Städte Tønder und Højer mit ihren deutschen Stimmenmehrheiten heute trotzdem in Dänemark liegen, ist darauf zurück zu führen, dass bei der Abstimmung in der I. Zone „en bloc“ gewählt wurde: hier zählte nur das Gesamtergebnis der Zone, während in der II. Zone kirchspielweise abgestimmt wurde. Die Trennlinie zwischen den Zonen basierte auf der so genannten Clausen-Linie, die nach den Untersuchungen des dänischen Historikers H.V. Clausen annähernd die „Sprach- und Gesinnungsgrenze“ zwischen Deutschen und Dänen darstellte und ungefähr mit der Scheidelinie zwischen deutscher und dänischer Kirchensprache zusammenfiel. Im Westen allerdings  - und auch bei Ubjerg, wo ausschließlich auf Deutsch gepredigt wurde - orientierte sich die Clausen-Linie nicht an der Kirchensprache, sondern an einer „natürlichen Grenze“: dem Gewässersystem der Vidå, das große Teile Nordschleswigs entwässert. Dänemark wollte hier eine deutsche Einflussnahme vermeiden.

 

Vgl.: Sørensen, H. E.: Langs Grænsen, forlaget Melbyhus 2000. u.:1920-Grænsen, Det Regionale Faglige Kulturmiljøråd, Sønderjyllands Kulturmiljøer – NR. 2





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