Strategien am Schlagbaum

 

Nach der deutschen Besetzung Dänemarks am 9. April 1940 wurde die Grenze in beide Richtungen gesperrt. Nur Angehörige der Wehrmacht (mit Wehrpass) und Inhaber eines besonderen Passierscheins durften über die Grenze. Diese Passierscheine waren sorgfältig präpariert gegen Fälschungen: stieß man bei der Kontrolle nicht auf zwei bestimmte Druckfehler, war der Übeltäter sofort zu verhaften.

 

Um 1944 organisierten die dänische Widerstandsbewegung und dänisch gesinnte Südschleswiger im Gegenzug ein System für das illegale Passieren der gesperrten Grenze nach Norden. Man radelte abends zu zweit zur Grenze. Dort wartete bereits, im Schutze der Dämmerung, der „Illegale“. Die Radler bekamen im deutschen Zollhäuschen nach Vorlage ihres gültigen Visums den Passierschein für die Schlagbaumwache.

 

Draußen bei den Rädern wurde einer der Scheine dem „Illegalen“ überreicht, der dann mit dem einen Helfer weiter zum Schlagbaum und über die Grenze radeln konnte, während der zweite Helfer zu Fuß zurück ging. Die dänische Zollstelle war im Voraus informiert und kooperierte gerne.

 

Vgl.: Institut for Grænseregionsforskning & told- og skattehistorisk selskab: Grænsen i 75 år, 1920-1995





WebMaster · Redaktion · Copyright © 2004 Grenzroute