Die weißen Busse

In Kruså, am Weg nach Aabenraa, nur ein kleines Stück bergauf, steht eine Statue des schwedischen Grafen Folke Bernadotte. Sie symbolisiert ein besonders bewegendes Stück Zeitgeschichte.

 

Am 20. und 21. April 1945 traf in Kruså und Padborg eine Armada von 200 dänischen weißen Bussen ein.

Darin saßen 4.000 Dänen und Norweger. Sie kamen geradewegs aus dem Konzentrationslager Neuengamme. Dieser Konvoi war der Höhepunkt einer in jeder Weise imponierenden Evakuierung von dänischen und norwegischen KZ-Gefangenen. Seit Dezember 1944 hatte das dänische Sozialministerium bereits in kleinen Transporten Gefangene aus deutschen Konzentrationslagern evakuieren können. Dies war möglich geworden durch die intensiven Bemühungen des dänischen Außenministeriums. Ab März 1945 koordinierte man die Transporte mit dem schwedischen Roten Kreuz. Dessen Vizepräsident, Graf Folke Bernadotte, erreichte in geheimen Verhandlungen mit dem SS-Reichsführer Himmler, dänische und norwegische Gefangene in Neuengamme für die Evakuierung sammeln zu dürfen. Von hier aus sollten sie ins neutrale Schweden und in das Frøslevlager bei Padborg gebracht werden. Zwischen März und Ende April 1945 wurden etwa 6.000 skandinavische Häftlinge aus allen deutschen Konzentrationslagern nach Neuengamme überführt. In mehreren Konvois kamen sie mit den weißen Bussen, sowohl dänischen wie schwedischen, nach Norden. Kruså und Padborg waren für alle Geretteten die erste Zwischenstation auf dem Weg in die Sicherheit.

Vgl.: Institut for Grænseregionsforskning & told- og skattehistorisk selskab: Grænsen i 75 år, 1920-1995





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