Mojn und Moin! – ein grenzüberschreitender Gruß

„Mojn“ ist ein verbreiteter Gruß in Sønderjylland, der zu jeder Tageszeit, zur Begrüßung, zum Abschied oder auch nur im Vorbeigehen benutzt wird. An der Westküste allerdings ist es eher ein Abschiedsgruß. Das doppelte „mojn, mojn“ ist am meisten in Schleswig-Holstein verbreitet, wo es „Moin“ geschrieben und nie zum Abschied genutzt wird. „Moin“ und „Moin-Moin“ entspricht „Guten Tag“ und einem Gruß im Vorbeigehen.

 

Ursprünglich stammt „mojn“ bzw. „Moin“ aus dem Berliner Raum und ist die dialektale Aussprache des Grußes „Morgen!“. In der Zeit nach 1900 nahmen Handwerker, Handelsreisende und Wehrpflichtige den Gruß von dort mit in diese Region. Manche Dänen in Sønderjylland aber empfanden dies nach 1920 als „Germanisierung“ der dänischen Sprache und wollten das „Mojn“ verbieten lassen, was jedoch nicht glückte.

 

Inzwischen hat sich der Gruß vom nationalen Zankapfel zum Symbol südjütischer Identität entwickelt. Aber der Gruß „hej“, der aus Schweden kommt, nimmt zu. In Schleswig-Holstein war „Moin“ nie mit nationalistischen Empfindungen verbunden. Es ist einfach ein regionaler Gruß.

 

Vgl: Karen Margrethe Pedersen: tekster til projektet Grænseruten; IFG 2004





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