Der kurioseste Grenzverlauf in Europa

Beim Grenzübergang Rudbøl/Rosenkranz verläuft die Grenze auf einer Länge von 130m in der Mitte der Straße. Die Anwohner östlich der Straße wohnen in Deutschland und ihre Nachbarn auf der anderen Straßenseite in Dänemark.

 

Einer Anekdote zufolge soll dieser kuriose Grenzverlauf 1920 entstanden sein, weil die Grenzregulierungskommission hier einem Antrag von Anwohnern entsprochen habe, die unbedingt zu Dänemark gehören wollten.

 

Eine weitere Geschichte erzählt, dass die Grenze ursprünglich mitten durch den Alten deutschen Grenzkrug verlaufen wäre und die besagte Kommission sich nach langer Diskussion lieber auf eine Grenze in der Straßenmitte geeinigt habe.

 

Die eigentliche Ursache dieses Grenzverlaufes ist wohl eher praktischer Natur: Der Rutebüller See sollte mittig geteilt werden, damit die Anlieger des Sees in Deutschland wie in Dänemark gleichermaßen weiterhin vom Binsenschneiden und vom Fischfang leben konnten. Der benachbarte Koog westlich des Grenzübergangs jedoch sollte dänisches Territorium werden. Die Grenze musste also auf der Deichkrone zwischen Koog und See verlaufen: mitten auf der Straße.

 

Vgl. u.a.: Artikel im Flensburger Tageblatt, Januar 1954, Vgl.: Hansen, Åge Emil, Told- og Statsgrænse Danmark/Tyskland 1920-1995, Sønderhav og Omegns Mødehuslegat 1995





WebMaster · Redaktion · Copyright © 2004 Grenzroute