Ein Zollamt für Aventoft

Die Verlegung der deutsch-dänischen Grenze 1920 machte die Neuerrichtung von Zollämtern an den größeren Grenzübergängen erforderlich. Das Grundstück für das geplante Dienstgebäude in Aventoft jedoch wollte der Besitzer, ein Bauer aus dem Dorf, partout nicht verkaufen. Also strengte man ein Enteignungsverfahren an.

 

In diesem legte der Anwalt des Bauers das gutachterlich untermauerte Problem dar, dass der Bauer seinen Misthaufen nicht mehr benutzen könne, wenn das geforderte Grundstück an den Zoll ginge. Der nötige Wendeplatz für sein Pferdefuhrwerk zum Heranfahren an den Misthaufen sei dann nämlich perdu.

 

Daraufhin wurde ein „Probemistfahren“ anberaumt, durchzuführen vom Zollinspektor, bezeugt vom Gemeindevorsteher. Der eigens dafür erstellte Grundstücksplan gab die mit leerem und beladenem Dungwagen zu absolvierenden Probefahrten farbig exakt vor. Leider kam es nicht mehr zum Praxistest, da rund um den Misthaufen bereits das Baumaterial für das neue Zollgebäude lagerte.

 

Schließlich beendete man das langwierige Verfahren mit einem Vergleich und konnte 1924 das Zollamt errichten.

 

Vgl.: Kall, Peter: Das Zollwesen in Flensburg und im deutsch-dänischen Grenzgebiet (Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte E.V. NR. 28), Flensburg 1978





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