Nachtdienst an der Grenze

In einer lauen Sommernacht, als man noch zu Fuß die Grenze überwachte, ging ein Zöllner mit seinem Diensthund auf Streife. In der Nähe eines Grenzhäuschens bezog er auf einer Bank Posten. Die Nacht war sehr ruhig, und so nickte der Zöllner bald ein. Sein alter Hund tat es ihm gleich.

 

Der Vorgesetzte des Zöllners wollte just in dieser Nacht die ordnungsgemäße Dienstverrichtung seines Mitarbeiters überprüfen. Er parkte weit entfernt und ging auf leisen Sohlen zum Grenzhäuschen. Dort fand er den Zöllner und dessen Hund schlafend vor. Gespannt, wie lange das Schlummer­stündchen wohl dauern würde, setzte er sich vorsichtig daneben. Bald schlief auch er ein.

 

Als der Hundeführer erwachte, bemerkte er seinen Vorgesetzten. Er weckte ihn aber nicht, sondern schlich sich mit seinem Hund davon. Als der Vorgesetzte schließlich erwachte, war von dem Zöllner mit Hund nichts mehr zu sehen.

 

Bei folgenden dienstlichen Begegnungen grinste man nur wissend, und das dienstliche Nickerchen blieb ungetadelt.

 

Nach Erzählungen





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