Jardelunder Moor und Frøslev Mose

Östlich von Jardelund, gleich hinter dem Wald, liegt das grenzübergreifende Naturschutzgebiet „Frøslev-Jardelunder Moor“. Bis in die 1960er Jahre wurde dort maschinell Torf abgebaut und zu Briketts verarbeitet. Früher hatten viele Bewohner der umliegenden Dörfer dort Moorparzellen für die Torfgewinnung.

 

Das Moor ist in Dänemark sehr bekannt. Dies beruht auf einer Begebenheit, die sich dort im Jahre 1872 ereignete, als Nordschleswig zu Preußen gehörte:

 

Rasmus Jørgensen aus Ellund hatte beim Torfstechen im Moor etwas blank Schimmerndes gefunden. Es erwies sich als kostbarer Schrein. Jørgensen versteckte diesen zuerst bei sich Zuhause, zeigte ihn später jedoch dem vertrauten, dänisch gesinnten Lehrer Jens Madsen. Dieser überzeugte die Familie Jørgensen, dass er den Schrein an seinen rechtmäßigen Platz im Dänischen Museum in Kopenhagen bringen sollte.

 

Dazu musste Madsen diesen aber über die Grenze an der Königsau schmuggeln. Er zerlegte den Schrein und packte die emaillierten und vergoldeten Kupferplatten zwischen Kleidungstücke in seinen Koffer.

 

Er hatte Glück und wurde beim Schmuggeln nicht erwischt – sonst wäre er im Gefängnis und der berühmte, über 900 Jahre alte Frøslev-Schrein vielleicht nie in Dänemark gelandet. Heute befindet sich der reichverzierte christliche Reliquienschrein im dänischen Nationalmuseum in Kopenhagen.

 

Als Volksgabe schenkte Sønderjylland dem dänischen Kronprinzenpaar zur Hochzeit im Mai 2004 eine Nachbildung des Frøslev-Schreins.

 

Vgl.: www.sja.dk





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