Lydersholm Weesby

 

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Schwarzberger Moor, Westre

 

 

Für die Radler auf der Grenzroute wurden zehn neue Rastplätze angelegt. Einer dieser Rastplätze wurde nördlich der Gemeinde Westre in einem besonderen Naturschutzgebiet platziert: am Schwarzberger Moor. Während man sein wohlverdientes Lunchpaket in der eigens für die Grenzroute entworfenen Wetterschutzhütte verspeist, kann man den herrlichen Blick auf das in Binnendünen eingebettete, 9 ha große Hochmoor und den angrenzenden Wald genießen.




 

Auf einer der Infotafeln, die entlang der Route Grenzgeschichte(n) erzählen, wird am Schwarzberger Moor die Geschichte des Adolf Tysker vorgestellt, der nach der Abstimmung über den Grenzverlauf 1920 hier in Sichtweite lebte. Eigentlich hieß er Adolf Ewertsen, wurde aber Adolf Tysker (Adolf der Deutsche) genannt, weil er vor der Grenzverlegung in Lüdersholm (Lydersholm) wohnte und nicht dänischer Staatsbürger werden wollte. Als Lüdersholm dänisch wurde, packte er seine Sachen und zog auf die deutsche Seite. Er hauste in einer Erdhöhle mit einer Kuh und einigen Schafen, denn für ein Haus hatte er kein Geld. Nicht wenige Menschen beiderseits der Grenze sind nach der Abstimmung über den Grenzverlauf 1920 ins Nachbarland ausgewandert, um entweder Deutsche oder Dänen bleiben zu können.


 

 

Das gemeinsame Stück von Grenzroute und Nord-Ostsee-Radweg zwischen dem Dorfidyll Westre und der Gemeinde Ladelund überrascht den inzwischen an die Ebene gewöhnten Radler mit einer Steigung – der einzigen weit und breit. Allzu schlimm fällt diese dann doch nicht aus, und belohnt wird man dafür mit einer schönen Aussicht.



Dorfmuseum Ladelund


Ladelund

 

Sofern Sie auf der Grenzroute nicht nur zum Radeln unterwegs sind, sondern auch etwas mehr über das Grenzland erfahren möchten: Ladelund hat einen schönen Dorfkern, eine sehenswerte Kirche und viel Geschichte zu bieten.
Das als volkskundliches Museum mit Exponaten zu Landwirtschaft, Handwerk, Haus und Wohnen angelegte Dorfmuseum Ladelunds (Westerstraße, nur Mi. 14-18 Uhr, Gruppen nach Absprache: Tel. +49 4666 723) informiert über die ‚allgemeine’ Kulturhistorie, während eine weitere Institution die besondere Vergangenheit beleuchtet:

Die KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte (Raiffeisenstr. 3, montags geschlossen) leistet seit 1950 hochgeschätzte Versöhnungsarbeit und erinnert in einer Dauerausstellung an das Schicksal der 2000 Häftlinge, die 1944 in der hier ehemals belegenen Außenstelle des Konzentrationslagers Neuengamme unter unsäglichen Umständen für die menschenunwürdige Schwerstarbeit an ‚Riegelstellungen’ von Hitlers so genanntem Friesenwall untergebracht waren. 300 von ihnen starben in den sechs Wochen, die das Lager bestand.

 

 

 

 

Sollten Sie Entspannung einem Exkurs in die Geschichte vorziehen: das nördlich von Ladelund (Stato) wunderschön gelegene Naturbad bietet Erholung und Wasserspaß mit Sprungturm und Bistro.

 

KZ-Gedenkstätte Ladelund



Rens

 

In Rens sollte man sich etwas Zeit für eine Pause am Ufer der Sønderå nehmen, die durch diese schöne Landschaft mäandert und hier parallel zum ursprünglichen Flussbett über eine Fischtreppe verläuft. Nicht selten trifft man am Rastplatz der Grenzroute auf Kanus, denn Rens ist eine ideale Einsetzstelle und gern genutzte Rastgelegenheit für die Wasserwanderer. Wenn man in der näheren Umgebung genau hinschaut, findet man auch eine alte Wassermühle. Auf der Nationalroute 8 gen Westen radelt man übrigens direkt am schönen Ufer der Sønderå entlang.






 

Ausflugstipp (3,5 km):

 

 

Bewunderer alter Kirchen sollten sich unbedingt zur nahe gelegenen Burkal Kirke (Saksborg, Burkal Kirkevej 2) aufmachen. Die weiß gekalkte und bleigedeckte Kirche stammt aus dem Jahre 1025. Die beeindruckenden Malereien im Kirchenschiff lassen sich auf das Jahr 1622 datieren. Sollte die Kirche verschlossen sein: den Schlüssel gibt es beim Kirchendiener (Tel. +45 7476 21 10). 

 

 



Ausflugstipp (2,5 km):

Ein absolutes Idyll findet man bei der Wassermühle von St. Jyndevad (Julianehåbvej). Das Mühlengebäude wurde zwar erst 1896 errichtet, aber die Geschichte der ehemals königlichen Korn- und Walzenmühle lässt sich bis ins Jahr 1230 zurückverfolgen. Mönche aus Løgumkloster erbauten dereinst die Mühle und legten 1357 auch den Mühlenteich zur Selbstversorgung mit Fisch an, da sie kein Fleisch aßen. Allein der malerische Blick in die Landschaft ist den kurzen Abstecher von der Grenzroute alle Mal wert.




Bögelhuus, Weesby

 

Bei Bögelhuus radelt man auf der Grenzroute über einen der kleinen Grenzübergänge, die vor 2001 für die Allgemeinheit geschlossen waren. Für die Bewohner im Umkreis von 5 km waren diese jedoch bereits vor dem Schengener-Abkommen ohne Kontrolle passierbar – dazu reichte ein Eintrag im Pass oder Ausweis. Individuelle Pässe mit vermerkter Größe, Alter usw. wurden auch für Arbeitspferde ausgestellt. Kühe aber hatten keine Pässe. Für diese konnten Grenzübertritte problematisch sein.

Eines Tages – wir schreiben die 50´er Jahre - kam einem Bauer in Bögelhuus eine Kuh abhanden. Sie fand sich auf dänischem Gebiet wieder an, und der dänische Zöllner führte sie eigenhändig zur Grenze. Hier aber stellten sich die deutschen Zöllner quer.

Wenn man hier draußen schon mal etwas Besonderes hatte, so musste man es doch bei den Vorgesetzten melden. Als Konsequenz musste die Kuh beim dänischen Nachbarn in Quarantäne, und der deutsche Zollkommissar und ein dänischer Oberzöllner reisten zur Klärung des Sachverhalts an. Das Resultat: der Bauer bekam seine Kuh und die deutschen Zöllner den guten Rat, so was Banales ja nie wieder zu melden.




 

 

 

 

Während die Radler auf der Grenzroute bei Weesby auf die einzigen spürbaren (und nicht annähernd alpinen) Steigungen im mittleren Bereich der Grenzroute zwischen Ladelund und dem Frösleelager treffen, haben Radwanderer auf dem Nord-Ostsee-Radweg auch bei Bramstedtlund, wo Kiesgruben tief in die eiszeitlichen Sedimentschichten vorgedrungen sind, das Vergnügen, auf dem ansonsten sehr ebenen Routenabschnitt ein bisschen bergauf und bergab radeln zu dürfen.


 

Auf der Grenzroute fallen in der weitläufigen Natur dem aufmerksamen Radler auf der deutschen Seite gleichförmige, immer ‚wiederkehrende’ Gebäude aus rotem Ziegelstein auf. Manchmal stehen diese mitten in der Landschaft (wie in Bögelhuus) oder aber sie bevölkern ganze Straßenzüge in ähnlichen Formen in den Siedlungen entlang der Grenze (z.B. Süderlügum, Zollstraße). Dies waren die Dienstwohnungen der Zöllner, die oft in der Nähe der Grenzübergänge wohnten, damit sie diese auch in der Freizeit überwachen konnten. Den Baustil der kleineren, aus den 20’er Jahren stammenden ‚Zollhäuser’, nennt man ‚Heimatschutzarchitektur’, den der größeren, schmuckloser wirkenden Variante aus den 30’er Jahren ‚Klinker-Expressionismus’. Die nach der Grenzziehung 1920 eilends errichteten 33 dänischen Gendarmenhäuser (siehe Bild rechts) fallen weniger ins Auge, denn sie wurden den regionalen Eigenarten in Dacheindeckung und Verblendung angepasst.





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