Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit in der deutsch-dänischen Grenzregion hat eine lange Tradition, obwohl die Anfangsphase nach dem 2.Weltkrieg schwierig war. Die deutsche Besatzung Dänemarks, die Rolle der deutschen Minderheit zwischen den Weltkriegen und während der Besatzung sowie die offene Grenzfrage 1945 erschwerten an der deutsch-dänischen Grenze eine Normalisierung der Verhältnisse, wie sie sich ansonsten in Westeuropa nach dem 2.Weltkrieg einstellte.

 

Engagierte Menschen im Grenzland versuchten derweil bereits seit den 1950´ern, deutsch-dänische Kontakte aufzubauen. Nach 1960 wurden im Zwei-Jahres-Turnus deutsch-dänische Tage als kulturelles Treffen im Grenzland abgehalten. 1971 wurde ein deutsch-dänisches Komitee gebildet, das die Verunreinigung der Flensburger Förde untersuchen und die Wasserqualität verbessern sollte. 1977 etablierten das Amt Sønderjylland und die Pendants auf deutscher Seite (Stadt Flensburg, Kreis Nordfriesland, Kreis Schleswig-Flensburg) ein deutsch-dänisches Verwaltungsforum zur Erörterung grenzüberschreitender Fragen.

 

Ein politischer Generationswechsel und neue Fördermöglichkeiten der EG intensivierten in den 80´er Jahren die Zusammenarbeit. Schleswig-Holstein und Sønderjylland erarbeiteten 1988 ein gemeinsames Aktionsprogramm für die Grenzregion, das die Grundlage für das erste grenzüberschreitende EU-Förderprogramm bildete. Von den Möglichkeiten des Interreg-Programms machte die Region nachfolgend regen Gebrauch. 1997 wurde die Kooperation schließlich in der „Region Sønderjylland-Schleswig“ institutionalisiert, die heute für eine Vielzahl von grenzüberschreitenden Aktivitäten in Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft steht.

 

Martin Klatt, Institut for Grænseregionsforskning 2004





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