Das Fröslee-Lager

Als im Herbst 1943 die Deportationen von Dänen in deutsche Zuchthäuser und Konzentrationslager zunahmen, wurde von den dänischen Behörden Verhandlungen mit der deutschen Besatzungsmacht eingeleitet um diese Entwicklung aufzuhalten: durch die Errichtung eines Internierungslagers auf dänischem Boden. Die Deutschen gingen darauf ein, und das Ergebnis war das Fröslee-Lager nahe der dänisch-deutschen Grenze.

 

Am 13. August 1944 kamen die ersten ca. 750 Gefangenen aus dem Horserød-Lager auf der Insel Seeland im Fröslee-Lager an. Wie die offizielle deutsche Bezeichnung „Polizeigefangenenlager Fröslee“ andeutet, waren die Insassen Gefangene der deutschen Sicherheitspolizei, die auch den Betrieb des Lagers leitete.

 

Die Häftlinge im Fröslee-Lager erfuhren nie die Grausamkeiten wie in den anderen deutschen KZs. Für die Verpflegung und gewisse andere Bereiche der Vorsorgung der Gefangenen war das dänische Gefängniswesen zuständig.  Gewalt, Folter, Erniedrigungen und Tötungen kamen im Großen und Ganzen nicht vor.

 

Am 15. September 1944, also nur einen Monat nach der Inbetriebnahme des Fröslee- Lagers, verletzten die Deutschen die eigentlichen Grundlagen für die Errichtung des Lagers durch die Deportation von 195 Gefangenen in das Konzentrationslager Neuengamme. Insgesamt wurden rund 1.600 Fröslee-Häftlinge nach Deutschland deportiert, wovon etwa 220 ums Leben kamen.

 

Das Fröslee-Lager war für ca. 1.500 Insassen gebaut. Im März 1945 war die Anzahl der Gefangenen jedoch mehr als 3.000, und Ende April wurde, als Folge der Evakuierung der nordischen KZ-Gefangenen in Deutschland, die Höchstzahl von 5.500 Insassen erreicht. Insgesamt passierten vom August 1944 bis zur Befreiung am 5. Mai 1945 rund 12.000 Personen das Lager.

 

Vgl.: www.froeslevlejrensmuseum.dk





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